Unvergessliche Geste für Dino - Octane Magazin

Unvergessliche Geste für Dino

2015-04-17 11:35
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Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 14

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Ferraris Dinos kennen wir alle. Wie es aber zu der Namensgebung „Dino“ kam, weiß nicht jeder. Eine traurige – und wahre – Geschichte über die unvergessliche Geste eines liebenden Vaters: Enzo Ferrari.

Von Enzo Ferrari kann man halten, was man will, so ein richtig umgänglicher Zeitgenosse war er ja nicht gerade. Aber den Schmerz, den er am 30. Juni 1956 erlitt, kann wohl jeder nachempfinden, dessen Herz nicht aus Stein ist. Denn an diesem Tag erlag sein über alles geliebter Sohn einem Nierenversagen. Dino war erst 24 und litt seit seinem 20. Lebensjahr unter einer erblichen Form der Muskeldystrophie. Es heißt, noch Jahre später habe Enzo Ferrari als Symbol seiner Trauer eine schwarze Krawatte getragen. Doch er verlieh Dino Unsterblichkeit, indem er eine neue Serie von V6-Rennmotoren und später eine Untermarke für Ferrari-Straßenwagen nach ihm benannte. Die in Metall geformten Dino-Denkmäler sollten es mit dem Porsche 911 aufnehmen. Der Dino-Schriftzug ist der Unterschrift seines Sohnes nachempfunden. Dino wurde am 19. Januar 1932 geboren und auf den Namen Alfredo getauft. Der Kosename für den Kleinen war Alfredino - woraus schnell Dino wurde. 

Vater Enzo wollte immer, dass sein Junge eines Tages den Familienbetrieb übernimmt. Dino zeigte in jungen Jahren kein Talent als Rennfahrer, daher sollte er sich auf sein Maschinenbaustudium konzentrieren (auf dem Foto unten bei der Arbeit an einem V12 Ende 1953, zwischen Vater und Sohn zwei Mechaniker). Für seinen Abschluss am Corni-Institut in Modena schrieb Dino eine Diplomarbeit über einen 1,5-Liter-Vierzylinderreihenmotor mit drei Ventilen pro Zylinder und zwei oben liegenden Nockenwellen. Im Schweizerischen Fribourg schloss er später ein zweites Studium ab. Unter seinen Kommilitonen war er sehr beliebt, half ihnen aus, wenn sie Bücher und technische Zeitschriften kaufen mussten. Wie viel Dino bei Ferrari erreicht hat, ist schwer zu sagen, denn zwischen seinen Universitätsstudien und dem raschen Voranschreiten seiner Krankheit blieb ihm nicht viel Zeit. Es heißt, er habe am Karosseriedesign für seinen eigenen 166MM gearbeitet und diese Form sei 1954 für Rennversionen des Monza 500 und 750 verwendet worden.

Unklar ist auch das Ausmaß seiner Einbindung in die Entwicklung der V6-Motoren, die später seinen Namen tragen sollten. Als Motor für die 1957 eingeführte und auf 1500 ccm begrenzte Formel 2 konzipiert, war der V6 in erster Linie das Werk des Lancia-Ingenieurs Vittorio Jano und des ehemaligen Alfa- und Maserati-Mitarbeiters Alberto Massimino. Die Idee zu dem Motor soll jedoch von Dino stammen. Oder ist das vielleicht nur eine von Ferrari lancierte Geschichte, die Dinos postumem Ruf etwas mehr Glanz verleihen sollte? Vor wenigen Jahren kursierte das Gerücht, der nächste Ferrari solle wieder nach Dino benannt werden – dann kam der 458. Es war nur ein Gerücht. Alfredino Ferrari ist schon lange nicht mehr unter uns, vergessen ist er aber nicht.

Mehr Lesenswertes über die Dinos an sich haben wir  in der Ausgabe 14 zusammengestellt. Ausgabe verpasst? Kein Problem! Einfach auf "Kiosk" klicken und die Dino-Ausgabe unter "Einzelheftbestellung" nachbestellen. Es lohnt sich! 


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