Zurück in die Zukunft - Octane Magazin

Zurück in die Zukunft

2015-03-27 11:03
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Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 7

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Nur wenige Autos schaffen es, 50 Jahre lang beliebt und begehrt zu bleiben. Der 911 gehört dazu. Und Porsche unternimmt viel, dass es weitere 50 Jahre so bleibt

Dafür, dass wir ihn heute Ikone nennen, legte Porsches Vorzeigemodell 911 einen reichlich holprigen Start hin. Als Stichpunkte seien hier nur frühe Fehlentwicklungen, eine Umbenennung (901/911), der Versuch einer Produktionseinstellung und die »Spiegeleier«-Scheinwerfer genannt. Der 911 überlebte alles. Und noch viel mehr: »Mehr als 70 Prozent aller jemals gebauten Porsche-Fahrzeuge fahren immer noch irgendwo auf dieser Welt. Wir sorgen dafür, dass das so bleibt.« Es ist wahrlich kein geringer Anspruch, den das Porsche Classic Center da an sich selbst stellt. Das Classic Center ist die Anlaufstelle für alle Porsche-Liebhaber weltweit: Hier wird repariert und restauriert, hier wird gewartet und gepflegt. Hier arbeiten Enthusiasten, Künstler, Schrauber, Pedanten, Meister, Lehrlinge. Ja, auch die: Es wird ausgebildet – schließlich muss auch morgen noch jemand die Vergaser von gestern einstellen können. Die Restaurierungswerkstatt des Classic Centers freut sich längst über Kunden aus aller Welt. Aus Arabien werden Porsches angeliefert, aus den USA, selbst das Porsche Museum und die Familie Porsche nutzen die gewaltige Kompetenz des Betriebs, der – noch – in Freiberg am Neckar sein Zuhause hat. Um sicherzustellen, dass die geliebten Autos in möglichst originalem Zustand auf der Straße bleiben, betreiben die Experten aber auch einen gewaltigen Aufwand: 35.000 Originalersatzteile stehen zur Verfügung – vom 356 bis hin zu den aktuelleren Baureihen. Zu haben sind sie in allen Porsche-Zentren (weltweit rund 750; in Deutschland sind es 85), oder im Webshop – da ist die Auswahl aber noch nicht ganz so groß.


Die Originalteile bezieht das Classic Center, wenn es noch geht, von ehemaligen Serienlieferanten. Ist das nicht mehr möglich, werden neue Lieferanten gesucht – wobei dann die originalen Werkzeuge (zum Beispiel Rahmenlehren) teilweise sehr aufwendig vom alten zum neuen Lieferanten transportiert werden müssen. Manche Werkzeuge hat man auch schlicht zurückgekauft. In kniffligen Fällen hilft oft auch mal ein Blick in die technischen Zeichnungen, die sich dann – natürlich – im Porsche-Archiv finden. Es ist nur ein sehr kleines Teil, aber es unterstreicht den hohen Qualitätsanspruch des Hauses: die Porsche-Plakette. Man bezog sie zunächst von einem Betrieb in China, doch schnell war klar: Fehlentwicklung. Von Bestellung zu Bestellung variierte die Farbe – richtig war sie nie –, zu schnell platzte der Lack ab, zu ungenau war manchmal die Passform. Die Entscheidung fiel schnell: Man suchte und fand einen neuen Produzenten, der noch dazu in der Nähe sitzt. Jetzt wird die Plakette bestens produziert, ein wenig teurer als zuvor, dafür aber Made in Germany. Übrigens: Das Classic Center betreut Fahrzeuge (Baureihen), deren Serienproduktion in der Regel vor zehn Jahren ausgelaufen ist. Die letzte Baureihe, deren Ersatzteilversorgung zu Porsche Classic übergegangen ist, war 2009 der Porsche 911, Typ 993. Dieser Logik folgend werden im Januar 2014 der Porsche 911, Baureihe 996, und der Boxster, Baureihe 986, in die Classic-Betreuung übergehen. Deren zukünftige Versorgung wird eine Herausforderung, da ist man sich im Classic-Center sicher. Immerhin würden diese Fahrzeuge aktuell unter Wert geschlagen und noch im Schatten der luftgekühlten Porsche 911 stehen. www.porsche.com/classic


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