Die Göttin aus Zuffenhausen - Octane Magazin

Die Göttin aus Zuffenhausen

2015-03-20 08:50
(Kommentare: 1)

Diese Story finden Sie in OCTANE Ausgabe 8

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Text Günther Fischer // Fotos Brandpowder(courtesy of brooom.com)


Eigentlich ein simpler Plan: aus den zwei schönsten Autos der Welt eines zu machen. Das Ergebnis? Der Porsche 911 DS. So viel geballte Schönheit – wow!

Man könnte es als Beitrag zur deutsch-französischen Verständigung betrachten – diese Vision, aus zwei automobilen Schönheiten – Göttin Citroën DS und Beauty Porsche 911 - miteinenander verschmelzen zu lassen. Eine kleine, feine Spinnerei.

Die beliebtesten Autos zweier Staaten, metallisch vereint. Oder: Die viel beschworene deutsch-französische Freundschaft neu definiert. Oder: Wenn Porsche mit Citroën ... wenn. Oder: Das perfekte Auto fürs nächste Get together von Angela Merkel und François Hollande. Na ja, träumen wird man wohl noch dürfen. Aber die Idee, zwei Ausnahmeautos irgendwie miteinander zu verbinden, die hat schon was. Irgendwie. Aber sind die beliebtesten auch die schönsten? Nun, das kann durchaus Anlass für einen gewaltigen Streit sein ... Zur Erinnerung: Der italienische Designer und Bildhauer (!) Flaminio Bertoni hat 1955 die erste Göttin auf Rädern geschaffen. Und die war ein Volltreffer, ästhetisch und technisch. Alles andere wäre einer Göttin auch unwürdig gewesen. Sie kam mit Einspeichen-Lenkrad, einer völlig neuartigen hydropneumatischen Federung und den umwerfenden Linien, die uns heute noch betören. Auch Ferdinand Alexander Porsche gelang vor fünfzig Jahren mit dem 911 ein derart genialer Wurf, dass dieser Sportwagen in seinen Grundlinien bis heute nicht großartig verändert werden musste und immer noch zu den begehrtesten der Welt gehört.  


Was also liegt näher, als diese beiden Jahrhundert-Entwürfe zusammenzuführen? Genau das dachte sich das Team des Gestaltungsbüros Brandpowder – und machte sich eilends ans Werk. Die Front des 911 wurde flugs mit dem Heck der DS verschweißt – auch wenn die Dachlinie des Porsche angehoben werden musste, um mit dem Heck der DS übereinzustimmen. Nicht zu vergessen: Der zweite Seitenspiegel ist noch in Planung ...Ja, ja, wir wissen auch, dass beim Erstellen des Zwittermodells viel Photoshop im Spiel war. Na und? Wenn die klassischen Autohersteller ein neues Modell auf Schiene bringen, dann wird erst das 3D-Modell im Computer gezeichnet, gefolgt von einem kleineren realen Holzmodell. Erst kurz vor der Absegnung durch den Vorstand (bitte nicht vergessen: Immerhin geht es da um Milliardeninvestitionen, sagt man!) wird das Clay-Modell im Maßstab 1:1 angefertigt. Wer es nicht weiß: Clay ist so eine Art Industrie-Plastilin. Im Vergleich dazu müssen Brandpowders Kosten geradezu marginal gewesen sein. Wie auch immer: Es ist genau die Art Blasphemie, die wir so lieben. Nur die Frage, ob der Zwitter jemals in Serie gehen wird – nun ja: Die können wir nicht wirklich beantworten. Aber träumen darf man ja.

 


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Kommentar von Miguel Santos |

schade, das es nicht in echt gabaut wurde. das wäre doch mal eine originelles Auto gewesen!

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